mailingtage 2013: Auf den Inhalt kommt es an

Nach 2012 waren Christian, Felix und ich in dieser Woche zum zweiten Mal auf den mailingtagen in Nürnberg. Unser Auftrag: Für die Dialogmarketing-Fachmesse Video-Interviews mit Experten führen und via Facebook und Twitter über das Geschehen in den beiden Hallen berichten. Klar, dass man dabei sehr gut mitbekommt, was die Branche derzeit so umtreibt. Und das sind – um es mit Buzzwords zu sagen – Content und Storytelling.

Schon bei der Verleihung des EDDI-Award am Vorabend der Messe betonte Marcus Brown, Kreativchef bei der Agentur We Are Social, den Wert von gut erzählten Geschichten. Entscheidend dabei ist der Spannungsbogen: Das Auf und Ab zwischen „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ hält das Publikum bei der Stange. Die Aneinanderreihung glückstriefender Ereignisse dagegen ist fad, die Schilderung eines Tiefschlags nach dem anderen hält keiner aus. Wir erinnern uns an den Deutschunterricht in der Schule und den klassischen Aufbau eines fünfaktigen Dramas. Eine weitere Zutat für erfolgreiches Storytelling ist das „Andocken“ an bereits gespeicherte Geschichten, so der Schweizer Marketingberater Werner T. Fuchs in seinem Vortrag am ersten Messetag. Der Grund: Erst wenn neue Informationen mit Bekanntem verknüpft werden, kommt der Inhalt wirklich beim Zuhörer an und bleibt ihm im Gedächtnis. Einem Möbelhaus könnte das zum Beispiel mit Geschichten über die erste Studentenbude gelingen.

Mit Inhalten bzw. Content als Aspekt der Unternehmenskommunikation beschäftigte sich eine ganze Reihe von Rednern auf den mailingtagen. PR-Berater Klaus Eck hob beispielsweise die Bedeutung von Corporate Blogs für den Reputationsaufbau im Internet hervor. Harald Fortmann, Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und seit kurzem für die Personalberatung Dwight Cribb tätig, ging auf das Potenzial von gutem Content für B2B-Unternehmen ein. Diese könnten etwa mit Fallstudien und How-to-Videos ihre komplexen Produkte zugänglich machen oder mit Whitepapern ihre Kompetenz unter Beweis stellen – und zwar am besten online. Bislang, so Fortmann, geschieht das aber nur selten und kaum systematisch. Gerne hätten wir uns auch vom SEO-Experten Sasa Ebach erklären lassen, wie sich mithilfe von Content-Marketing mehr Reichweite im Internet gewinnen lässt. Dafür blieb aber leider ebenso keine Zeit, wie für die meisten der vielen Sessions auf dem parallel zur Messe stattfinden Barcamp – dem OpenSummit zum Marketing von morgen.

Viel Stoff in wenig Zeit! Aber einmal auf die Spur gesetzt – und das ja auch schon beim Content Strategy Camp vor zwei Wochen –, bleiben wir dran am Thema.